Die Etappen der Staatsgründung Israels
Vom Ende der türkischen Oberhoheit bis zur Ausrufung des Staates Israel
Ende türkischer Oberhoheit über Palästina 1922 fiel Palästina als Völkerbundsmandat an Großbritannien. Großbritannien verpflichtete sich, den Aufbau einer jüdischen Heimstätte zu fördern. In den 20er und 30er Jahren zieht es viele Juden nach Palästina. Wehrdörfer, die sogenannten Kibuzze, kommunale Selbstverwaltungen, entstehen in Palästina.
Den arabischen Nachbarn ist das jüdischer Siedlertum ein Dorn im Auge. Als die kämpferischen Zusammenstöße mit jüdischen Siedlern überhandnehmen, übergibt England Palästina 1945 den Vereinten Nationen. UN-Resolution 181 - Teilung Palästinas Entsprechend der UN-Sonderkommission vom Mai 1947, nahm die Vollversammlung der Vereinigten Nationen am 29. November die Resolution 181 an, mit der zur Teilung Palästinas aufgerufen wurde.
- Mai 1948 - Staatsgründung Bereits ab März 1948 übernahmen jüdische Selbstverwaltungsorgane die Regierungsgewalt in den für Israel vorgesehenen Gebieten. David Ben Gurion, später erster Ministerpräsident von Israel verkündete am 14. Mai die Gründung des Staates Israel.
Unabhängigkeitskrieg Am darauffolgenden Tag griffen die Armeen fünf arabischer Staaten (Ägypten, Syrien, Jordanien, Irak und Libanon) Israel an. Nach 15 Monaten Krieg schloss Israel 1948 in Rhodos unter Leitung des UN-Vermittlers Dr. Ralph Bunchemit mit vier der fünf arabischen Staaten Waffenstillstandsabkommen (Ägypten, Libanon, Jordanien und Syrien; Irak verweigerte sich).
Obwohl diese Abkommen den Übergang von einem Waffenstillstand zu dauerhaftem Frieden ermöglichen sollte, gerieten die Verhandlungen, die 1949 in Lausanne aufgenommen wurden. schnell in eine Sackgasse. Israel, das weiterhin versuchte, mit den Arabern zu einer Übereinkunft zu gelangen, nahm geheime Verhandlungen mit dem jordanischen König Abdullah auf.
Die Gespräche führten zu einer Vereinbarung, die sich zu wahrem Frieden zwischen den beiden Staaten hätte entwickeln können; aufgrund des einsetzenden Drucks arabischer Staaten kam diese Vereinbarung jedoch nicht zustande. Flüchtlinge Israel brachte während des Krieges weite Gebiete in Nordgaliläa unter seine Kontrolle. Die dort ansässigen Araber flüchteten größtenteils.
Ohne eine feste Bleibe zu finden wurden Zehntausende von Flüchtlingen zwischen verschiedenen arabischen Ländern hin- und hergeschoben, schließlich in Flüchtlingscamps und Zeltstätten untergebracht. Sinaifeldzug Die arabischen Anrainerstaaten weigerten sich, mit Israel in Friedensverhandlungen zu treten. Denn damit würden sie unweigerlich die rechtmäßige Existenz des Staates Israel anerkennen müssen.
Die Israelpolitik der arabischen Nachbarstaaten verschärfte sich, als in Ägypten Gamal Abdul Nasser die Geschicke des Landes übernahm. Seine Regierung schloss Bündnisse mit Syrien und Jordanien und begann die Armee massiv aufzurüsten. Als dann ägyptisches Militär begann den Suezkanal und die Straße von Akabe für passierende Schiffe nach Israel zu sperren, drangen israelische Truppen nach der Sinai-Halbinsel vor.
Begonnen am 29.November 1956, drang die israelische Armee in den folgenden fünf Tagen bis an den Suezkanal vor. Auf Drängen des amerikanischen Präsidenten Eisenhover und des russischen Präsidenten Bulganin, räumte Israel bis März 1957 den im Laufe des Feldzugs eingenommene Gazastreifen.
Entlang der ägyptisch-israelischen Grenzen wurden UN-Soldaten positioniert. Nasser musste Israel die freie Durchfahrt ihrer Schiffe gewährleisten. Sechs-Tage Krieg Am Spätfrühling 1967 forderte der ägyptische Präsident Nasser den UN-Generalsekretär auf, die UN-Truppen an der Grenze zu Israel abzuziehen.
Innerhalb der nächsten Tage wurde dem tatsächlich Folge geleistet, wahrscheinlich unter enormen Druck der ägyptischen Regierung. Nasser ließ erneut die Meerenge von Tiran und damit den Zugang zum israelischen Hafen Eilat sperren. Er erneuerte die Bündnisse mit Syrien und Jordanien.
Israel reagierte darauf mit der Mobilisierung eigener Streitkräfte und übte am 5. Juni einen Präventivschlag aus, welcher die ägyptische, später auch syrische und jordanische Luftwaffe noch am Boden zerstörte und verschaffte sich dadurch eine unanfechtbare Überlegenheit in der Luft.
Diese Überlegenheit wurde durch Erfolge der israelischen Bodentruppen ausgebaut. Bis zum Inkrafttreten der Waffenstillstandsresolution des UN- Sicherheitsrates am 10. Juni gelang es Israel, innerhalb von sechs Tagen die gesamte Sinai- Halbinsel erneut, und das gesamte Westjordanland mit ganz Jerusalem, sowie die Golanhöhen zu besetzen.
UN-Resolution 242 Jerusalem war nun ganz in israelischer Hand. Ebenfalls die strategisch wichtigen Golan-Höhen, von deren Spitzen syrische Artillerie den Norden Israel bedroht hatte. Die UN-Resolution 242 forderte den Rückzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten und betonte das Recht aller Staaten in dieser Region, “innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen in Frieden und Freiheit, von Drohung und Gewalt fern” zu leben.
Yom-Kippur Krieg Nach der vernichtenden militärischen Niederlage des Sechs-Tage Krieges, trafen sich die Führer der Arabischen Liga im September 1967 in Karthoum, um das weitere Vorgehen gegenüber Israel abzusprechen. Wie erwartet war Israel nicht bereit, die besetzten Gebiete freizugeben. Die Arabische Liga entschied keine Friedensgespräche mit Israel aufzunehmen.
Stattdessen griffen ein Jahr später, im September 1968, ägyptische Verbände die israelischen Sinaisoldaten an. In zahlreichen verlustreichen Scharmützeln, die bis 1969 dauerten, konnten die Ägypter keinen Boden gutmachen. Dank der Vermittlungsbestrebungen des US-Außenministers William Rogers kam es zu einem Waffenstillstand, der den bestehende Status Quo nur bestätigte.
Anwar al Sadat löste Nasser an der Position des ägyptischen Präsidenten ab. Sadat war ein bis dahin politisch nicht in Erscheinung getretener Mann. Wahrscheinlich in der Hoffnung, die ägyptische Israelpolitik könnte sich ändern, schlug der israelische Verteidigungsminister Mosche Dayan zur dauerhaften Sicherung der Suez-Kanal-Front inoffiziell vor, die israelischen Truppen auf der Sinai-Halbinsel bis zu 15 km zurückzusetzen. Als Gegenleistung forderte er die vollständige Räumung des Kanals von Schiffwracks und Öffnung des Kanals für die internationale Schifffahrt.
In der Knesset, dem israelischen Parlament reagierten die Kabinettsmitglieder mit vorsichtiger Zurückhaltung. Als im Februar 1971 im ägyptischem Parlament dieser Vorschlag ebenfalls unterbreitet wurde, keimten erste Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts auf.
Unter amerikanischer Vermittlung begannen die beiden Regierungen vorsichtig miteinander zu verhandeln. Wegen verhärteter Fronten auf beiden Seiten, wurden die Verhandlungen jedoch bald wieder eingestellt. Am 6. Oktober 1973 starteten ägyptische und syrische Militärs einen Überraschungsangriff auf Israel.
Ägypten und Syrien hofften Israel an Yom-Kippur, einem hohen Feiertag, auf dem falschen Fuß zu erwischen und so schnelle Geländegewinne auf den Golanhöhen und im Westjordanland zu erreichen. Nach drei Wochen war auch dieser Krieg für die arabischen Armeen verloren. Am 22.Oktober unterzeichneten sie den Friedensvertrag.
Im Dezember 1973 beriefen die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion auf der Basis der Resolution 338 des UN-Sicherheitsrates eine Friedenskonferenz in Genf unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen ein, an der Ägypten, Jordanien und Israel teilnahmen.
Nach der Eröffnungssitzung wurde die Konferenz vertagt, aber niemals offiziell aufgelöst. Ein Jahr später konnten, wieder infolge der Bemühungen des amerikanischen Außenministers Kissinger, Truppenentflechtungsabkommen zwischen Ägypten und Israel (Januar 1974) und zwischen Syrien und Israel (Mai 1974) unterzeichnet werden. 1975 unterzeichneten Ägypten und Israel ein Interimsabkommen. Vier Jahre später schloßen die Vertreter beider Staaten das Friedensabkommen in Camp David.
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, 26. März 1979 Nach 30 Jahren Feindschaft und fünf verlustreichen Kriegen schlossen Israel und Ägypten am 26. März 1979 Frieden in Camp David. Israel gab die Sinai-Halbinsel an Ägypten zurück Die übrigen Gebiete wurden unter Militärverwaltung gestellt, die sich weitgehend auf die örtlichen arabischen Behörden stützte.
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