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Geschichte

CIA-Putsch im Iran 1953

Vor fünfzig Jahren putschten CIA und Militär im Iran

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Vor 50 Jahren stürzte die iranische Regierung. Zuvor hatte sie den Erdölsektor verstaatlicht - und damit Briten und Amerikaner gegen sich aufgebracht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zogen sich die Briten und Franzosen nach und nach aus dem Nahen Osten zurück, und die arabischen Staaten wurden unabhängig.

Im Iran aber übte die britische Regierung weiter ihren Einfluss aus: es ging dabei um die reichen Ölvorkommen des Landes. Die Britisch-Iranische-Ölgesellschaft, die der britischen Regierung und einem Vorgängerunternehmen der British Petroleum (BP) gehörte, besaß nach wie vor alle Förderrechte im Land. Sie legte die Fördermenge fest und den Preis, und sie bestimmte Irans Anteil an den Ölgewinnen.

Iran verstaatlicht den Erdölsektor – Mossadegh wird zum Premierminister gewählt Dem iranischen Politiker Mohammed Mossadegh war die britische Dominanz über das persische Öl seit langem ein Dorn im Auge. Er strebte einen Ausgleich an und wollte die Gewinne aus dem Ölgeschäft zu gleichen Teilen zwischen dem britischen Unternehmen und dem iranischen Staat teilen.

Die britische Regierung aber lehnte den Kompromiss ab. 1951 schließlich wurde die Ölgesellschaft verstaatlicht, und der beliebte Mossadegh wurde zum Premierminister gewählt. Daraufhin begannen die Briten, den Verkauf iranischen Öls zu boykottieren. Die USA schlossen sich ihnen an. Bald kaufte keine der großen internationalen Ölfirmen mehr iranisches Öl. Die Iraner waren aber angewiesen auf die britischen und amerikanischen Pipelines und Öltanker, um ihr Öl exportieren zu können. Wegen des Embargos begann das iranische Ölgeschäft zu stagnieren, und die Gewinne brachen ein. Als die Regierung zunehmend in die Kritik geriet, stoppte die amerikanische Regierung unter Präsident Eisenhower die finanziellen Hilfen. Die wirtschaftliche Situation im Iran verschlechterte sich rapide, Tausende Arbeiter verloren ihren Job und Unruhen brachen aus. Gerüchte wurden laut, die Kommunisten planten, die Regierung zu stürzen. Dabei war Premier Mossadegh ebenso gegen die Kommunisten eingestellt wie gegen die Briten.

Mossadegh wird gestürzt – der König kehrt zurück Am 19. August 1953, nach dem Tod rund 300 Protestler, stürzte das Militär den 71-jährigen Premierminister. Der Amerika-freundliche König (Shah), Mohammed Reza Pahlavi, der zuvor aus dem Land ins Exil geflüchtet war, kehrte zurück und bestieg den Thron. Die Washington Post schrieb damals, der Iran sei vor der kommunistischen Machtübernahme bewahrt worden. Das Nachrichtenmagazin Time schrieb: „Das war kein Militärcoup, sondern ein Aufstand der Bevölkerung.“ Die Rolle der CIA Die Aktion war alles andere als ein Volksaufstand: Der Sturz des Premiers war von langer Hand durch den amerikanischen Geheimdienst und Teile des iranischen Militärs vorbereitet worden.

Bereits als Mossadegh mit den Briten über die Übernahme der Ölgesellschaft verhandelte, wandte sich die britische Regierung mit der Absicht an Washington, Mossadegh zu stürzen, um so die Kontrolle über das persische Öl zurückzubekommen. Allen Dulles, der CIA-Direktor, und sein Bruder John Foster Dulles, damals amerikanischer Außenminister, sahen sich den Plan an und willigten schließlich ein. Die Leitung der geheimen Operation übertrugen sie an Kermit Roosevelt, einen Geheimagenten und Enkel des Ex-Präsidenten Theodore Roosevelt.

Roosevelt verbrachte in den Monaten vor dem Putsch die meiste Zeit in Teheran, um Verbindungen zu iranischen Sympathisanten und dem Militär zu knüpfen. Um den König für die Rückkehr zu erwärmen, wandte sich die CIA an General Schwarzkopf, der zwischen 1942 und 1948 schon einmal für ihn gearbeitet hatte.

Die CIA-Aktion kam langsam ins Rollen. Amerikanische Agenten bestachen iranische Zeitungsredakteure, fälschten und publizierten Artikel und Interviews, brachten Dokumente in Umlauf, welche die Zusammenarbeit zwischen Mossadegh und Mitarbeitern der kommunistischen Partei beweisen sollten. Sie inszenierten Protestmärsche, setzten ein Zeitungshaus in Brand und verübten andere Arten von Sabotageaktionen.

Mossadegh gestürzt – britische und amerikanische Ölfirmen kehren zurück Als die Stimmung drehte, putschte das Militär und holte den König zurück aus dem Exil. Der Shah regierte mit harter Hand, brutal und unnachgiebig, seine Geheimpolizei SAVAK verhaftete, folterte und tötete Tausende Iraner. Die jährlichen Berichte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International führten den Iran unter der Herrschaft des Shahs ganz oben auf der Liste der brutalsten Diktaturen.

Währenddessen kehrten die britischen und amerikanischen Ölfirmen zurück ins Land. Zur selben Zeit drehte Washington den Geldhahn wieder auf: 20 Milliarden Dollar amerikanischer Steuergelder flossen in den nächsten 25 Jahren ins Land. Der Großteil davon floss direkt in die Taschen der Militärs, um ihre Machtposition zu stärken. Die iranische Bevölkerung profitierte nicht von dem Ölgeschäft. Die Gewinne flossen meist zurück in den Westen und wurden dort investiert oder es wurden Waffen damit gekauft.

Der Shah wird gestürzt – islamische Revolution Nach 25 Jahren Gewaltherrschaft wurde der Shah 1979 gestürzt. Der geistliche Führer der iranischen Schiiten, Ajatollah Khomeini, kehrte aus seinem Exil zurück und legte das Fundament für die islamische Republik Iran, die bis heute von einem ultra-religiösen Wächterrat regiert wird.

Britische und amerikanische Firmen verloren ihren Zugang zu Irans Ölfeldern. Auch im Irak gibt es heute eine starke Strömung, die eine größere Beteiligung der muslimischen Geistlichen an der Regierung fordert. – Ein Albtraum für die USA, die so die Kontrolle über das Land und sein Öl verlieren könnten.

Literatur

  • „The Oily

  • Americans“, Time Magazine, 13.5.2003

  • Dossiers Die alternde Ge- sellschaft

  • Einwanderung

  • Planet

  • Erde: unheilbar krank? (Bild privat)

  • Umwelt (Bild privat)

  • Globalisierung (Bild privat)

  • Reisebilder (Bild privat)

  • Erinnern (Bild privat)

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